Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Mäßig bewölkt
22 °C Luftfeuchtigkeit: 66%

Sonntag
15.5 °C | 28.8 °C

Montag
10.5 °C | 23.2 °C

 Axpo-Reserve-Kraftwerk-Standort in Muttenz. Visualisierung: zVg 

Axpo Reservekraftwerk Muttenz: Wichtiges Etappenziel für die Notfallvorsorge erreicht

(axpo) Axpo und das Bundesamt für Energie (BFE) haben den Vertrag für das geplante Reservekraftwerk in Muttenz unterzeichnet. Somit kann das Bewilligungsverfahren gestartet werden.

Axpo wird die Projektunterlagen bis Ende 2026 finalisieren und beim Kanton Basel-Landschaft einreichen. Eine Inbetriebnahme ist ab Winter 2030/31 möglich. Mit dem Reservekraftwerk tätigt Axpo ein weiteres wichtiges Projekt für die Versorgungssicherheit der Schweiz. Das Kraftwerk wird mit dem CO2-neutralen HVO-Biodiesel betrieben, zu einem späteren Zeitpunkt ist die Umstellung auf eMethanol möglich.

Darum geht’s:
Axpo plant in Muttenz (BL) ein Reservekraftwerk zur Stärkung der Versorgungssicherheit der Schweiz. Mit der Vertragsunterzeichnung durch Axpo und das BFE kann das Bewilligungsverfahren gestartet werden.

Das Reservekraftwerk kommt nur im Notfall zum Einsatz und wird mit CO2-neutralem HVO-Biodiesel betrieben. Grossflächige und länger andauernde Stromausfälle haben potenziell dramatische Auswirkungen. Um die Versorgungssicherheit der Schweiz vor allem in den Wintermonaten zu stärken, hat der Bund eine Reihe von Massnahmen vorgesehen, unter anderem Reservekraftwerke. Das geplante Axpo Reservekraftwerk in Muttenz (BL) ist das grösste unter ihnen und leistet mit einer installierten Leistung von 291 MW einen substanziellen Beitrag. Damit kann es im Notfall so viel Strom produzieren, wie es dem Strombedarf von rund 600'000 Haushalten entspricht.

Inbetriebnahme ab 2030/31 möglich
Nach dem Zuschlag durch das BFE im Mai 2025 und der erfolgten Vertragsunterzeichnung kann Axpo die weiteren Planungsschritte für das Reservekraftwerk einleiten. Bis Ende 2026 werden die Projektunterlagen beim Kanton Baselland eingereicht, anschliessend erfolgt die öffentliche Auflage. Das Reservekraftwerk wird potenziell ab Winter 2030/31 zur Verfügung stehen.

CO2-neutraler Brennstoff
Kommt das Kraftwerk zum Einsatz, wird es Axpo mit CO₂-neutralen Energieträgern betreiben. Als Brennstoff wird in der Schweiz anerkannter HVO-Biodiesel zum Einsatz kommen. Dieser ist CO2-neutral und wird vollständig aus erneuerbaren Rohstoffen wie Abfällen und Reststoffen hergestellt. In einer zweiten Phase kann die Umstellung auf den wasserstoffbasierten Brennstoff eMethanol erfolgen, sobald dieser in ausreichender Menge zur Verfügung steht und der Bund den entsprechenden Entscheid fällt. Hierzu wird das Kraftwerk «Methanol Ready» konzipiert. Dank der vor Ort gelagerten erneuerbaren Brennstoffe kann das Kraftwerk mindestens zwei Wochen autark betrieben werden. Das Konzept stärkt die Versorgungssicherheit und bleibt zugleich klimaschonend.

Das Kraftwerk in Muttenz ist als Reservekraftwerk für Strommangellagen konzipiert. Damit es möglichst nie zum Einsatz kommt, ist der Ausbau insbesondere von Winterstromproduktion in der Schweiz stark zu beschleunigen. Das gilt besonders mit Blick auf die dereinst stattfindende altershalbe Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke, die mit dem Kernkraftwerk Beznau 2033 beginnt. Gelingt dieser Ausbau, ist die zu erwartende Anzahl Betriebsstunden des geplanten Reservekraftwerks gering.

Dass die Winterstromproduktion stark ausgebaut werden muss, hat Axpo in den Energy Reports aufgezeigt. Zusätzliche Gaskraftwerke könnten hier ab 2035 einen wichtigen Beitrag leisten. Im Gegensatz zum Reservekraftwerk in Muttenz, das nur in akuten Stromversorgungsengpässen vom Bund eingesetzt würde, wären diese Gaskraftwerke im Energiemarkt positioniert.

Bild: Axpo-Reserve-Kraftwerk-Standort in Muttenz.Visualisierung: zVg