Das «Zeiher Heimatblatt 2025» ist erschienen – und dies in einer ganz besonderen Ausgabe: Die beliebte Dorfchronik feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Frisch gedruckt liegt somit nicht nur der neueste Jahrgang vor, sondern zugleich ein Stück Dorfgeschichte, das Anlass bietet, zurückzublicken. Es ist nicht das einzige Jubiläum, das 2025 gefeiert wurde.
SONJA FASLER
Was heute selbstverständlich wirkt, begann 1976 unter einem anderen Namen. Die erste Ausgabe erschien als «Zeiher Bilderbogen» – schon damals herausgegeben von der Kulturkommission. Ein Blick in dieses Erstlingswerk ist ebenso amüsant wie aufschlussreich: Manche Begebenheiten wirken aus heutiger Sicht leicht schräg, während anderes erstaunlich vertraut erscheint. Gerade bei den Wetterkapriolen etwa stellt sich rasch ein Déjà-vu ein. Das Titelbild von damals zeigt das neu erstellte Gemeindehaus (eingeweiht 1974) mit der Kirche aus dem Jahr 1966 im Hintergrund sowie ein Bauernhaus, das dem Neubau weichen musste.
Schönes Dorfzentrum?
Der damalige Bildbeschrieb vom «heutigen, schönen Dorfzentrum» mag heute unterschiedlich beurteilt werden – für die damalige Zeit galten die Bauten jedoch zweifellos als modern und fortschrittlich.
50 Jahre Dorfmuseum
Mit dem Heimatblatt entstand vor 50 Jahren nicht nur eine neue Publikation, sondern auch eine weitere Institution: das Dorfmuseum, das 1975 gegründet wurde und somit im Jubiläumsjahr ebenfalls ein rundes Bestehen feiern kann. Seinen Platz fand es im Untergeschoss des Gemeindehauses – und dort ist es bis heute beheimatet. Beide Einrichtungen zeugen vom Bestreben, die Geschichte und das Leben in Zeihen festzuhalten und zugänglich zu machen.
Neben diesen Rückblicken widmet sich die aktuelle Ausgabe wie gewohnt dem vergangenen Jahr im Dorf. Allerdings stand 2025 auch im Zeichen von Veränderungen innerhalb der Kulturkommission. Gleich mehrere Mitglieder traten zurück: Bereits im Frühjahr verabschiedeten sich Angelika Wineken und Marc Deiss. Per Ende Jahr folgten mit Präsident Urs Bürgi und Elisabeth Glaser zwei prägende Persönlichkeiten, die sich über Jahre hinweg mit gros-sem Engagement, Fachwissen und Herzblut eingebracht hatten. Ihr Weggang hinterlässt eine spürbare Lücke. Im Amt verblieben sind Ruedi Birri und Sonja Fasler. Neu zur Kommission gestossen sind Beatrice Eycan und Andreas Seiler, während Marco Bürgi als Gemeinderat von Amtes wegen Einsitz nimmt. Damit ist das Gremium wieder vollständig aufgestellt.
Ein trauriger Moment überschattet das Berichtsjahr: Mit Karin Pfister verlor das Redaktionsteam eine langjährige und geschätzte Autorin, die im Alter von nur 48 Jahren verstarb. Eine Weggefährtin würdigt sie im Heimatblatt mit einem persönlichen Nachruf.
150 Jahre Bözberglinie
Auch visuell setzt die Jubiläumsausgabe besondere Akzente. Eindrückliche Aufnahmen eines jungen Drohnenpiloten zeigen Zeihen aus der Vogelperspektive und prägen das Erscheinungsbild des Hefts. Auf der Rückseite ist ein Zug in einer langgezogenen Kurve zu sehen – ein Hinweis auf ein weiteres Jubiläum: Die Bözberglinie feierte ihr 150-jähriges Bestehen. Obwohl Zeihen selbst keinen Bahnhof besitzt, hat die Bahnlinie das Dorf über Jahrzehnte hinweg geprägt. Bis zur Schliessung der Station Effingen im Jahr 1993 war diese für viele Einwohner ein wichtiger Ausgangspunkt für den Alltag. Heute erinnert vor allem noch die «Bahnhofstrasse» daran.
Interessante Funde aus der Merowingerzeit
Spannende Einblicke liefert auch ein Bericht zu aktuellen Grabungen der Kantonsarchäologie Aargau. Bereits früher war bekannt, dass das Gebiet an der Dorfstrasse von den Merowingern besiedelt war. Neue Ausgrabungen im Zusammenhang mit dem Bau weiterer Häuser brachten nun weitere Funde zutage – darunter einen bemerkenswerten Bärenzahn aus dem Frühmittelalter, der vermutlich als Glücksamulett getragen wurde. Zudem deuten erste Erkenntnisse darauf hin, dass ein inzwischen abgebrochenes Haus an der Dorfstrasse deutlich älter war als angenommen und wohl bis ins späte 16. Jahrhundert zurückreicht.
Dreimal zehn Jahre
Auch weitere Jubiläen und Themen finden ihren Platz: Der Vogelpark Ambigua wird im Zusammenhang mit seinem zehnjährigen Bestehen als Auffangstation und Artenschutzzucht vorgestellt, ergänzt durch einen Rück- und Ausblick mit seinem Gründer Rolf Lanz. Der «Verein Mitenand im Oberen Fricktal» blickt auf zehn Jahre seines Bestehens zurück. Ebenso berichtet Claudia Schüttel über ihre zehnjährige Tätigkeit als OK-Präsidentin des Weihnachtsmarktes und gewährt Einblicke in die Organisation des beliebten Anlasses.
Ergänzt wird das Heimatblatt durch eine Vielzahl weiterer Beiträge: etwa über eine Zeiherin, die den Sommer in Island verbracht hat, den Museumstag zum Thema «1933–1945 – Spuren einer bewegten Zeit» sowie zahlreiche Meldungen aus Gemeinde, Kirchen und Vereinen. Wie gewohnt bildet die Jahreschronik den Abschluss des reich bebilderten Hefts.
Schüler verkaufen das Heft im Dorf
Das «Zeiher Heimatblatt 2025» wird am 1. und 2. Mai durch die Schülerinnen und Schüler im Dorf verkauft. Wer den Direktverkauf verpasst, kann die Jubiläumsausgabe auch im Volg-Laden oder bei der Gemeindeverwaltung beziehen.